Emmerich am Rhein – Der Kreisverkehr auf der Weseler Straße nahe dem Obi-Baumarkt in Emmerich am Rhein hat ein neues Gesicht bekommen. Statt Splitt wachsen dort jetzt klima- und insektenfreundliche Stauden, die das ganze Jahr über blühen sollen. Das teilte die Stadt Emmerich am Rhein mit.
Die Stauden stehen in einem Oberboden, der mit Komposterde aufgefüllt wurde. Bisher war knapp die Hälfte der Verkehrsinsel versiegelt, die insgesamt 800 Quadratmeter groß ist. Der Eimer aus dem Emmericher Stadtwappen wertet die Insel schon seit 2010 optisch auf.
Georg Holtkamp, Bereichsleiter Grünflächenunterhaltung bei den Kommunalbetrieben Emmerich am Rhein (KBE), nannte die Nachteile der alten Lösung: „Zum einen sind die thermische und mechanische Beseitigung des Wildkrautes sehr pflegeintensiv, zum anderen sind die versiegelten Flächen schlecht für das Klima, da sie sich bei hohen Temperaturen im Sommer stärker aufheizen“.
Die Neugestaltung soll hier gegensteuern. Als weiteren Punkt nennt die Stadt die Förderung der Biodiversität. Nach der Pflanzung folgt eine zweijährige Fertigstellungs- und Entwicklungspflege, bei der das beauftragte Garten- und Landschaftsbauunternehmen im Sommer auch die Pflanzen bewässert. Danach übernehmen die KBE die Pflege.
Als versiegelt gelten Böden, die mit Asphalt oder Beton abgedichtet sind. Das schreibt die Bundesregierung in einem Papier zu Wasserspeichern und Abkühlung. Derartige Flächen büßten ihre natürlichen Aufgaben ein: Durch die Versiegelung könne im Untergrund weder Wasser versickern noch gehalten werden, außerdem nehme die Artenvielfalt ab.
Damit wachse auch das Risiko für städtische Überhitzung, Trockenstress und Überschwemmungen. Gezielte Entsiegelung könne dem entgegenwirken. Wiederhergestellte Bodenfunktionen verbesserten die Wasseraufnahme und senkten die Temperaturen in der Umgebung.
Zudem fördert das Bundesumweltministerium über das KfW-Programm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ unter anderem Maßnahmen, mit denen Kommunen Flächen entsiegeln, um Bodenfunktionen wiederherzustellen.
Unsere Meinung
Die Umgestaltung zeigt, dass sich auch kleine Flächen im Straßenraum klimafreundlicher nutzen lassen. Für Anwohner und Autofahrer ist vor allem die geringere Pflege sichtbar. Offen bleibt, wie viel die Maßnahme gekostet hat und wie gut die Stauden die ersten Sommer überstehen. Das zeigt sich nach der zweijährigen Entwicklungspflege.




