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Geldern: Falsche Sparkassenmitarbeiter erbeuten Bargeld und Schmuck

Geldern – Zwei Unbekannte haben in Geldern einen 87-jährigen Mann an seiner Haustür betrogen und ihm Bargeld sowie Schmuck abgenommen. Der Fall ereignete sich am Dienstag (27. Oktober 2026), wie die Kreispolizeibehörde Kleve mitteilte.

Die beiden Männer klingelten bei dem Senior und gaben sich als Mitarbeiter der Sparkasse aus. Sie behaupteten, sein Girokonto bei dem Geldinstitut sei „gehackt“ worden. Damit der Mann ihnen glaubte, forderten sie ihn auf, mit seinem Festnetztelefon die Notrufnummer der Polizei zu wählen. Das tat er und hatte danach den Eindruck, tatsächlich mit der Polizei gesprochen zu haben.

Die Polizei geht davon aus, dass die Täter zuvor unbemerkt eine Verbindung an dem Telefon hergestellt hatten. Am anderen Ende hätten sich dann Mittäter als Polizei ausgegeben. Schließlich brachten die beiden Unbekannten den Mann dazu, ihnen Bargeld und Schmuck auszuhändigen. Zur Begründung sagten sie, so ließe sich herausfinden, wer hinter dem vermeintlichen Hackerangriff steckt.

Die Polizei sucht nun Zeugen, die Hinweise zur Tat oder zu den beiden Tatverdächtigen geben können.

Die Polizei rät zur Vorsicht, wenn unangekündigt angebliche Beschäftigte von Banken, Energieunternehmen, der Kriminalpolizei oder anderen seriösen Stellen vor der Tür stehen. Echte Mitarbeiter hätten nichts dagegen, wenn man vor dem Einlass bei der jeweiligen Stelle anruft und nachfragt. Man dürfe die Besucher ruhig draußen warten lassen, das sei keineswegs unhöflich. Auf der Internetseite der Polizei gibt es nach Angaben der Mitteilung Merkblätter für Senioren, unter anderem den Flyer „Im Alter sicher leben“.

Die Eckdaten

  • Zeugenhinweise: Telefon 02824 880
  • Tipp der Polizei: Angebliche Mitarbeiter vor der Tür warten lassen und vor dem Einlass bei der Bank, dem Energieversorger oder der Polizei telefonisch nachfragen
  • Merkblätter und Flyer „Im Alter sicher leben“: https://kleve.polizei.nrw/artikel/falsche-polizeibeamte-schockanrufe-enkeltrick

Mehr zum Thema

Die Polizei NRW hat im Juli 2026 nach Betrugsfällen mit falschen Bankmitarbeitenden Verhaltenshinweise veröffentlicht. Laut den Hinweisen gilt: Wer an der Haustür Besuch von Bankmitarbeitenden, Polizeibeamten oder Handwerkern erhält, sollte stets nachprüfen, ob die Personen tatsächlich im Auftrag der genannten Stelle unterwegs sind. Das geschehe entweder über ein Ausweisdokument des Unternehmens oder der Behörde oder über einen Anruf bei der entsprechenden Institution.

Außerdem rät die Polizei, Fremde weder am Telefon noch persönlich über finanzielle Verhältnisse oder Wertgegenstände zu informieren. Bargeld, wichtige Daten oder Wertgegenstände sollte man nicht an fremde Personen herausgeben. Wer Opfer eines Betrugs geworden ist, sollte sich an die Polizei wenden.

Eine Meldung der Polizei Rhein-Erft-Kreis vom 27. Oktober 2026 erklärt, warum eine angezeigte Nummer nichts beweist: Betrüger können durch sogenanntes „Telefon-Spoofing“ eine Telefonnummer manipulieren. Auf dem Display erscheine dann zum Beispiel die Rufnummer der eigenen Bank oder sogar der Polizei. Im Zweifel solle man auflegen und die Bank selbstständig über eine bekannte Telefonnummer kontaktieren.

Die Polizei Rhein-Erft-Kreis bittet darum, ihr derartige Vorfälle zu melden. Das gelte auch dann, wenn man einen Betrugsversuch selbst unterbunden hat.

Unsere Meinung

Der Fall zeigt, dass selbst ein Anruf bei der Polizei keine Sicherheit garantiert, wenn die Täter die Leitung vorbereitet haben. Wer unangekündigten Besuch vor der Tür hat, sollte die Nummer der Bank selbst heraussuchen und den Besucher so lange draußen warten lassen. Angehörige können älteren Menschen genau diesen Ablauf erklären.

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