Düsseldorf – Drei Betriebe aus Westfalen sind als Bio-Leuchttürme ausgezeichnet worden. Anlässlich einer Veranstaltung am 5. November 2026 im Landhotel Voshövel in Schermbeck ehrte Ministerin Silke Gorißen die drei Betriebe. Ausgezeichnet wurden die Diakonie Stiftung Salem (Sitz der Zentralküche: Petershagen-Lahde), die LebensWert Gastgeber GmbH aus Hamm sowie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mit seiner Hauptverwaltung in Münster. Das teilte das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW mit. Damit sind seit Regierungsantritt 12 Betriebe in Nordrhein-Westfalen als „NRW kocht mit Bio“-Leuchttürme ausgezeichnet worden.
Das Ministerium hat die Initiative „NRW kocht mit Bio“ beauftragt. Sie will heimische Bio-Lebensmittel öfter in die Töpfe von Kantinen, Restaurants und Hotels bringen, außerdem in die Verpflegung von Kitas und Schulen.
In Minden versorgt die Zentralküche der Diakonie Stiftung Salem Kindergärten, Seniorenheime sowie weitere kleinere Diakonie-Einrichtungen mit Essen. Rund 12 Prozent der Lebensmittel stammen aus Bio-Anbau. Die Küche arbeitet mit einem regionalen Bio-Hof zusammen, von dem sie direkt Eier und Gemüse bezieht. Apfelmus, Pizzateig oder Kuchen stellt sie selbst her.
In den Dr. Becker Kliniken versorgt die LebensWert Gastgeber GmbH sowohl Patientinnen und Patienten als auch Mitarbeitende mit Essen. Im Vordergrund steht eine gesunde Verpflegung, die der Genesung dient, zugleich soll sie kulinarisch attraktiv und nachhaltig sein. Etwa 30 Prozent des Wareneinsatzes entfallen auf Bio-Lebensmittel.
Das Küchenteam der Betriebskantine in der LWL-Hauptverwaltung in Münster bekocht täglich die Mitarbeitenden und beliefert zudem interne Veranstaltungen. Gut 30 Prozent der verwendeten Lebensmittel kommen aus biologischem Anbau. Mit den Bio-Produkten wurde der Speiseplan angepasst und es wird mehr handwerklich produziert. Das freut zunehmend auch externe Gäste.
Ministerin Gorißen sagte: „Essen in Kantinen und Mensen soll nicht nur schmecken, sondern auch nachhaltig sein“. Die Landesregierung wolle gute Praxisbeispiele im Land sichtbarer machen. Bei der Veranstaltung tauschten die Akteure der Initiative, darunter weitere Bio-Leuchttürme und Branchenvertreter, Erfahrungen aus, identifizierten Bedarfe und diskutierten mögliche Kooperationen.
Zum Ökolandbau teilte das Ministerium mit, die Öko-Flächenprämien hätten im vergangenen Jahr rund 22 Millionen Euro betragen. Das Land fördert seit 2021 Öko-Modellregionen. Fünf davon sind ausgezeichnet: Niederrhein, Bergisches RheinLand, Kulturland Kreis Höxter, Mühlenkreis Minden-Lübbecke und Münsterland. Das Regionalmanagement wird mit 80 Prozent über drei Jahre gefördert, alle fünf Regionen wurden um weitere drei Jahre verlängert.
Die Diakonie Stiftung Salem gibt auf ihrer Website an, seit 1868 zu bestehen, mit Anfängen in Minden und Stettin. Im Jahr 2010 wurden das Diakonische Werk – Innere Mission – im Kirchenkreis Minden e.V. und die Diakonissenanstalt Salem-Köslin-Minden zur Diakonie Stiftung Salem zusammengeführt.
Die Stiftung beschreibt sich selbst als einen der größten sozialen Dienstleister in der Region um Minden. Auf ihrer Geschichtsseite nennt sie etwa 80 Einrichtungen in Minden, Hille, Petershagen und Porta Westfalica.
Zur Zentralküche schreibt die Stiftung auf ihrer Startseite, sie sei erneut für den Einsatz von Bio-Lebensmitteln zertifiziert worden. Die Öko-Kontrollstelle GfRS habe die Anforderungen der Bio-Außer-Haus-Verpflegung bestätigt. In der Küche würden täglich bis zu 2.500 Mahlzeiten zubereitet. Der Biohof Klanhorst beliefert die Küche mit regionalen Bio-Produkten. Dieser Bioland-Betrieb gehört laut Stiftung seit 1987 zur Diakonie Stiftung Salem.
Unsere Meinung
Die Auszeichnung zeigt, dass Bio-Essen in sehr unterschiedlichen Küchen funktioniert, von der Kita bis zur Klinik. Aus der Mitteilung geht allerdings nicht hervor, nach welchen Kriterien die Leuchttürme ausgewählt werden. Auch die genannten Bio-Anteile in den Küchen zeigen, dass noch Luft nach oben bleibt.





