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Dormagen: Kunstrasenplätze in Zons, Straberg und Nievenheim wieder frei

Dormagen – Die Vereine in Zons, Straberg und Nievenheim können ihre Kunstrasenplätze ab sofort wieder zum Trainieren und für Spiele nutzen. Die Stadt Dormagen teilte mit, dass die Instandsetzung dort abgeschlossen ist. Eine spezialisierte Fachfirma hat auf den drei Sportanlagen das verklumpte Material entfernt und durch Quarzsand ersetzt.

Zu Beginn des Septembers fielen auf vier Plätzen insgesamt Verklumpungen im Kunststoffgranulat auf. Als Ursache nennt die Stadt die nachlassende Beständigkeit des bisherigen Füllmaterials. Alterung, Hitze und Sonneneinstrahlung können demnach dazu führen, dass das Granulat seine ursprüngliche Beschaffenheit verliert und verklebt. Wegen der Verletzungsgefahr für Sportlerinnen und Sportler und möglicher Schäden am Kunstrasen mussten die Anlagen in Zons, Straberg, Nievenheim und Horrem gesperrt werden. Für die Zwischenzeit stellte die Stadt den Vereinen Ersatzflächen auf anderen Sportanlagen und in Sporthallen bereit, sodass das Training weiterlaufen konnte.

Sportdezernent Dr. Torsten Spillmann sagte: „Uns war wichtig, die Einschränkungen für die Sportlerinnen und Sportler so gering wie möglich zu halten.“ Er zeigte sich froh, dass die Stadt nach Bekanntwerden der Probleme schnell handeln konnte, und dankte allen Beteiligten sowie den Vereinen für ihr Verständnis.

Die Arbeiten gehen weiter: Mitte November sollen, abhängig von der Witterung, die Sportanlage in Stürzelberg und das Kunstrasenkleinspielfeld in Horrem folgen. In Stürzelberg tauscht die Stadt das Material vorsorglich aus, weil dort dasselbe Füllmaterial liegt. Auch dort könnte es zu Klumpen kommen. Wird früh gewechselt, lässt sich das Material nach Angaben der Stadt später leichter entfernen.

Wie hoch die Gesamtkosten ausfallen, ist laut Stadt noch offen. Sie rechnet mit einem mittleren fünfstelligen Betrag.

Die Eckdaten

  • Wieder nutzbar: Kunstrasenplätze in Zons, Straberg und Nievenheim, ab sofort
  • Nächste Arbeiten: Sportanlage Stürzelberg und Kunstrasenkleinspielfeld Horrem, Mitte November, abhängig von der Witterung
  • Kosten: noch nicht abschließend bekannt, erwartet wird ein mittlerer fünfstelliger Betrag

Mehr zum Thema

Das Granulat auf Kunstrasenplätzen ist laut Wikipedia im Wesentlichen für die sportfunktionellen Eigenschaften des Systems verantwortlich. Es besteht in der Regel aus SBR, PUR-umhüllten SBR, EPDM oder TPE. Kork gilt dort als alternatives Naturprodukt.

Dass solche Füllungen unter Hitze leiden, ist kein Dormagener Einzelfall. Wikipedia führt an, dass in Deutschland im Hochsommer mehrfach Fußballplätze nicht bespielbar waren. Das Füllmaterial wurde weich und blieb als teerähnliche Masse an den Schuhen haften. Mancherorts mussten Betreiber teuer reparieren oder das Füllgranulat austauschen.

Rechtlich ist Kunststoffgranulat ebenfalls ein Thema. Nach Angaben des Landessportbundes NRW hat die EU-Kommission am 25. September 2023 Einschränkungen gegen die Abgabe von Mikroplastik in die Umwelt verabschiedet, von denen auch Sportanlagen betroffen sind. Das Verkaufsverbot greift nach einer Übergangszeit von 8 Jahren am 16. Oktober 2031. Weiter genutzt werden darf laut Landessportbund Granulat, das bereits auf Sportstätten liegt.

Nordrhein-Westfalen hat laut Landessportbund zudem schon 2019 entschieden, keine Landesmittel mehr für Anlagen bereitzustellen, bei deren Belag Mikroplastik beigemischt werden soll.

Unsere Meinung

Der schnelle Austausch hilft den Vereinen sofort. Bemerkenswert ist, dass die Stadt in Stürzelberg vorbeugend handelt, bevor Schäden auftreten. Offen bleibt, ob Quarzsand auf Dauer die bessere Füllung ist und was die Maßnahmen am Ende kosten. Dazu wären konkrete Angaben der Stadt wünschenswert.

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