Wesel – Das Deichdorfmuseum in Wesel-Bislich zeigt in seiner erweiterten Dauerausstellung, die am 6. Oktober eröffnet wurde, mehr Geschichte als bisher. Besucher erfahren dort, wie Jahresringe verraten, wann ein Baum gefällt wurde, und wer BODI war, ein hochrangiger Franke aus Bislich. Die NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege übernahm laut Stadt Wesel den Löwenanteil der Ausgaben für die neuen Stationen. Das teilte die Stadt Wesel mit.
Schon am Eingang liegt ein Eichenstamm, der mehr als 500 Jahre alt ist und früher als Bauholz diente. Neue Tafeln erläutern, was sein Ringmuster über Wachstumsjahre und Fällzeitpunkt aussagt.
Im Obergeschoss geht es noch weiter zurück. BODI hatte Kontakte zum Königshof in Köln und sogar nach Konstantinopel, das heute Istanbul heißt. Ausgestellt sind außerdem Funde aus eisenzeitlichen Urnengräbern, die in den 1920er- und 1930er-Jahren bei Grabungen in Bislich und Umgebung entdeckt wurden. In der Region sind sie erstmals zu sehen. An einer Magnettafel können Gäste selbst probieren, welche Teile eines Grabfundes zusammengehören.
Viele Menschen aus dem Ort haben die Ausstellung mitgestaltet. Freiwillige des Heimat- und Bürgervereins packten bei der Umsetzung mit an, und Gäste der Frühlingsmärkte 2025 und 2026 gaben Geld für das Projekt. Zur Eröffnung lobte die stellvertretende Bürgermeisterin Ulla Hornemann die Ideen und den Einsatz aller Beteiligten. Karl-Heinz Theußen, der die NRW-Stiftung als Regionalbotschafter im Kreis Wesel vertritt, nannte den Einsatz der Ehrenamtlichen einen wichtigen Grund, warum die Stiftung das Projekt förderte. Die Stadt Wesel stellte Leihgaben aus der Stadtarchäologie Duisburg bereit, das LVR-Landesmuseum Bonn lieferte Abbildungen und Informationen zum fränkischen Gräberfeld.
Die Eckdaten
- Im November ist sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet.
- Die Monate Dezember und Januar gehören der Winterpause.
- Zu finden ist das Haus in der Dorfstraße 24 in 46487 Wesel-Bislich.
- Die Gräberfelder im Obergeschoss sind nur über eine Treppe erreichbar, einen Zugang ohne Stufen gibt es dorthin nicht.
- Der Eintritt ist gegen eine Spende möglich.
- Vor dem Eingang gibt es Parkmöglichkeiten.
Das Deichdorfmuseum ist laut Wikipedia ein Museum für Lokalgeschichte und Naturkunde im Weseler Stadtteil Bislich. Die Ausstellungen behandeln lokale Kulturgeschichte, den Rhein als Lebensraum mit Deichbau, Fischerei und Schifffahrt sowie die lokale Zieglergeschichte. Dazu kommt eine Präsentation der Vogelwelt am Niederrhein. Eingerichtet wurde das Heimatmuseum im Gebäude an der Dorfstraße 1983.
Auf der Website des Museums heißt es, die Ausstellung „Bislicher Gräberfelder“ im Obergeschoss führe in die Eisen- und Frankenzeit. Im Mittelpunkt stehe BODI, ein fränkischer Fürst mit Verbindungen bis nach Konstantinopel. Das Bislicher Gräberfeld zählt nach Angaben des Museums zu den bedeutendsten fränkischen Gräberfeldern am Niederrhein.
Unsere Meinung
Die Ausstellung setzt mit Magnettafel und Infotafeln zum Eichenstamm auf Mitmachen und Anschauen. Dass der Treppenzugang zum Obergeschoss die Gräberfelder für manche unerreichbar macht, ist schade. Die Mitteilung nennt dafür keine Lösung.





