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Rees: Klaus Stickelbroeck über seinen zehnten Hartmann-Krimi

Rees – Der Düsseldorfer Privatdetektiv Hartmann hat einen neuen Fall, und sein Autor Klaus Stickelbroeck hat dazu ein Interview gegeben. Die Stadt Rees teilte es mit, das Interview gehört zu einer Lesung des Autors. Stickelbroeck erzählt darin, wohin die Suche nach einem verschwundenen Fotomodell seine Hauptfigur führt und wie er für das Buch recherchiert hat. Außerdem erklärt er, warum ihn sein früherer Beruf als Polizist bis heute beim Schreiben begleitet.

Hartmann steigt nach Angaben des Autors in Renates Brötchenbude in den Fall ein, es ist bereits sein zehnter Fall. Seinen Einbrecherkumpel Angie holt er in einer Altstadtkneipe ins Boot. Die Ermittlungen führen ihn durch die Event-Szene der Stadt: in einen angesagten Club, in eine vernachlässigte Lagerhalle im Süden, auf die Kö, in ein Fotostudio mit einer Fotografin und in die Welt eines DJs. Außerdem besucht er den Boxladen von Huren-Heinz, den er nur halb als Kumpel bezeichnen mag.

Echtes Fotoshooting als Recherche

Für die Fotoszene hatte Stickelbroeck eine Quelle aus erster Hand. Auf einer Lesung lernte er eine Fotografin kennen, die ihm mit ihren Kontakten weiterhalf. So konnte er bei einem echten Fotoshooting dabei sein und danach Fragen zu Technik und Ausstattung stellen. Das habe sich gut ins Skript einarbeiten lassen, sagte er. Er rechne sich selbst eher zu den Gelegenheitsfotografen. Als Model habe ihn bisher allerdings niemand angefragt, scherzte er.

Die Ex-Freundin als Konfliktstoff

Hartmanns aktuelle Freundin Alina nimmt den Auftrag zunächst gelassen. Die hellblauhaarige Alina würde sogar selbst gern modeln, falls der Bildband „Erotic Blue“ eine Fortsetzung bekommt. Kritisch sieht sie jedoch, dass die Klientin ausgerechnet Hartmanns Ex-Freundin Gina ist, die schon in einigen Vorgängerbänden vorkam. „Eine Ex-Freundin ist ja immer eine Art Endgegnerin“, sagte Stickelbroeck, so behaupte es zumindest Kumpel Angie. Alina und Gina begegnen sich dann mit der Herzlichkeit zweier Süßwasserkrokodile. Der Autor sagte, er habe die beiden gern beobachtet und sei selbst gespannt gewesen, wie sich das entwickelt.

Hartmanns Crew

Bei den Ermittlungen ist Hartmann laut Stickelbroeck womöglich mehr denn je auf seine skurrile Gang angewiesen. Angie hilft, Regenrinnen-Rita behält für ihn den Überblick. Sie ist die einzige Prostituierte Düsseldorfs über zwei Meter. Auch auf Huren-Heinz kann Hartmann zählen. Wenn es grob und hart wird, ist Mitbewohner Jonny zur Stelle, ein taxifahrender Medizinstudent aus Ghana, den Stickelbroeck als groß, breit, kräftig und sehr verlässlich beschreibt.

Vom Streifendienst zum Krimi

Stickelbroeck war Polizist und über 30 Jahre im Streifendienst in der Düsseldorfer Altstadt unterwegs. Die turbulenten Nachtdienste an den Wochenenden vermisse er manchmal, sagte er. Als Polizist lerne man Menschen kennen, die man sonst nicht treffe, und komme an Orte, an die es einen sonst nicht verschlage. Aus seinen 44 Dienstjahren habe er noch genug Stoff für weitere schwarzhumorige Krimis, vieles müsse noch geschrieben werden. Auf Hartmann komme noch einiges zu. Zunächst dürften sich Fans aber auf das kleine, mörderische Jubiläum freuen.

Unsere Meinung

Das Interview macht neugierig, bleibt aber ganz im Ton der Reihe und verrät vom Fall selbst bewusst wenig. Wer Hartmann schon kennt, findet vertraute Figuren wieder, Neulingen dürfte der Einstieg über die Vorgängerbände leichter fallen. Wann und wo die Lesung stattfindet, steht im Text der Mitteilung nicht, das sollten Interessierte vorab klären.

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