Goch – Frauen in Goch können sich im Herbst erneut gemeinsam durch die Dunkelheit bewegen und über ihr Sicherheitsgefühl sprechen. Der zweite „Nightwalk“ findet am Dienstag, 03. November 2026, von 19:00 – 21:00 Uhr statt, teilte die Stadt Goch mit. Er soll helfen, subjektive Unsicherheitsgefühle im öffentlichen Raum abzubauen. Man trifft sich kurz vor Beginn am Haupteingang des Rathauses auf dem Markt. Wer teilnehmen möchte, muss sich vorher nicht anmelden.
Hinter dem Angebot stehen die Gleichstellungsbeauftragte Friederike Küsters, ihre Stellvertreterin Sabine Beckmann und die Selbstverteidigungstrainerin Marie Hanf. Alle interessierten Frauen sind eingeladen.
Schon beim vorigen Rundgang durch die Stadt nannten die Teilnehmerinnen Bereiche, in denen aus ihrer Sicht Licht fehlte oder besser sein sollte. Nach Angaben der Stadt wurden diese Hinweise aufgegriffen, und entsprechende Verbesserungen konnten inzwischen bereits umgesetzt werden. Küsters sagte: „Es bietet sich hier die Gelegenheit, mögliche Orte in den Blick zu nehmen und zu benennen, an denen sich Menschen unwohl oder sogar ängstlich fühlen.“ Es gelte, darüber ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Trainerin Hanf will beim nächsten Rundgang praktische Tipps geben. Die Frauen sollen sich fragen, woher ihre Angst kommt und was sie dagegen tun können. Ein bewusstes Gangbild, eine aufrechte Körperhaltung und eine selbstsichere Stimme könnten das eigene Sicherheitsgefühl verbessern und nach außen ausstrahlen, so die Mitteilung. Hanf sagte: „Dabei möchte ich vor allem ihr Selbstbewusstsein in der Dunkelheit stärken.“
Außerdem gibt es wieder einen Workshop zum Thema „Subjektive Unsicherheitsgefühle im öffentlichen Raum“. Er soll Erfahrungen und Wünsche der Teilnehmerinnen aus dem Nightwalk aufgreifen und weiterführen. Nähere Angaben will die Stadt später bekanntgeben.
Die Eckdaten
- Termin: Dienstag, 03. November 2026, von 19:00 – 21:00 Uhr
- Treffpunkt: Haupteingang des Rathauses, Markt, Goch (Treffpunkt ab 18:50 Uhr)
- Anmeldung: nicht nötig
- Fragen an Marie Hanf: E-Mail [email protected], Telefon 01 76 / 84 43 03 15
- Fragen an Friederike Küsters: E-Mail [email protected], Telefon 0 28 23 / 320-199
Der erste Nightwalk fand nach Angaben der Stadt Goch im März statt. Es nahmen über 30 Frauen daran teil. Wie die Stadt auf ihrer Website schreibt, kam der erste Nightwalk bei den Teilnehmerinnen gut an.
Die Frauen bekamen dort Tipps zu Körpersprache, Gestik, Mimik, Sprache, Sichtbarkeit und selbstbewusstem Auftreten. Nach Küsters‘ Worten soll das Angebot Frauen bestärken: Sie sollen selbst bestimmen, wo ihre Grenzen liegen, und sich an jedem Ort sicher fühlen.
Wer unabhängig vom Nightwalk einen Mangel in der Stadt melden möchte, etwa eine fehlende Beleuchtung, kann dafür den Mängelmelder der Stadt Goch nutzen. Gemeldet werden können damit Missstände und Störendes, sowohl in der Innenstadt als auch in den Ortsteilen. Für akute Gefahren ist er ausdrücklich nicht vorgesehen: Wer akut Hilfe braucht, wählt den Notruf der Polizei 110 oder der Feuerwehr 112.
Unsere Meinung
Der Nightwalk zeigt, dass Hinweise von Bürgerinnen nicht folgenlos bleiben müssen: Beleuchtung wurde nach den Rundgängen verbessert. Offen bleibt, um welche Stellen es ging und wie viele Hinweise noch ausstehen. Wer unterwegs einen dunklen Ort bemerkt, muss nicht bis zum nächsten Termin warten, denn der Mängelmelder steht dafür bereit.





