Der berühmteste Neanderthaler der Welt ist jetzt als Spielzeug erhältlich: Das Neanderthal Museum in Mettmann hat gemeinsam mit PLAYMOBIL eine exklusive Jubiläumsedition mit der Figur „Mr. N“ entwickelt, wie die Kreisverwaltung Kreis Mettmann mitteilte. Mit dabei ist das Mammut Tinka, das Maskottchen des Museums.
Vorbild der Figur ist die lebensgroße Rekonstruktion „Mr. N“ aus der Ausstellung des Museums. Sie geht auf den Fund zurück, den Arbeiter 1856 bei Kalksteinarbeiten im heutigen Neandertal machten. Neandertal 1 ist heute weltweit bekannt und gab einer ganzen Menschenform ihren Namen. Für die Edition wurden neue Details entwickelt: die Überaugenwülste, eine Adlerfeder, die es so noch nie in Schwarz gab, ein Fellkragen in anderer Farbe und eine markante Brustbehaarung.
Ein Arm erzählt von einem Bruch
Mr. N hat zwei unterschiedlich kräftige Arme: Der rechte ist muskulös, der linke schmaler und mit sichtbaren Narben. Das geht auf die Knochen des Fundes zurück. Dustin Welper, Ausstellungs- und Forschungsleiter des Museums, erklärt: „Vor rund 40.000 Jahren erlitt er eine schwere Verletzung am linken Ellenbogen.“ Der Bruch verheilte demnach, führte aber vermutlich dazu, dass der Neanderthaler den linken Arm weniger belastete und die Muskulatur dort schwächer ausgeprägt war.
Auch Tinka kennen Besucher bereits als Rekonstruktion aus der Ausstellung des Museums. Als PLAYMOBIL-Figur trägt das Mammut zum ersten Mal ein hellbraunes Fell.
Zwei Jubiläen
Die Edition erinnert an 170 Jahre Neanderthaler-Fund und 30 Jahre Neanderthal Museum. Das Museum öffnete am 10. Oktober 1996 seine Türen. Zum 30-jährigen Bestehen gestaltete das Haus mehrere Bereiche der Dauerausstellung neu, etwa die Inszenierung der historischen Entdeckung. Ein zweisprachiges Begleitheft erzählt die Geschichte des Fundes von 1856 über die wissenschaftliche Erforschung bis zum Erlebnisturm Höhlenblick am historischen Fundort.
Verkauft wird die Jubiläumsedition vorerst nur direkt vor Ort sowie im Onlineshop des Museums. Am 21. November 2026 eröffnet zudem die Sonderausstellung „PLAYMOBIL – Zeitreise Neandertal“ von Diorama Artist Oliver Schaffer. Sie führt von der Steinzeit bis in die Zukunft.
Die Eckdaten
- Erhältlich: zunächst nur vor Ort im Museum in Mettmann sowie online über den Shop des Hauses
- Sonderausstellung „PLAYMOBIL – Zeitreise Neandertal“: Eröffnung am 21. November 2026
Das Neanderthal Museum liegt im Neandertal bei Mettmann und behandelt die Ur- und Frühgeschichte der Menschheit. Die Adresse lautet Talstraße 300, 40822 Mettmann.
Träger des Museums ist die Stiftung Neanderthal. Das heutige Haus wurde 1996 eröffnet. Zuvor war die Schau in einem anderen Gebäude im Wald untergebracht, nur wenige hundert Meter entfernt. Dort befindet sich heute eine Steinzeitwerkstatt. Die Leitung hat seit 1. Januar 2019 Bärbel Auffermann.
Nach Angaben der Kreisverwaltung Mettmann kommen rund 170000 Besucher im Jahr. Zum Museum gehören der Kunstweg „MenschenSpuren“ und das Eiszeitliche Wildgehege Neandertal.
Unsere Meinung
Ein Spielzeug ist ein charmanter Weg, Forschung zu vermitteln. Besonders gelungen wirkt der ungleiche Arm, weil er eine wissenschaftliche Erkenntnis sichtbar macht. Offen bleibt, was die Edition kostet und wie groß die Auflage ist, dazu sagt die Mitteilung nichts.




