Kevelaer will sich besser auf Hitze, Starkregen und andere Wetterextreme vorbereiten. Der Rat der Wallfahrtsstadt hat dafür in seiner Sitzung am 16. Juli 2026 einstimmig das Klimaanpassungskonzept beschlossen, wie die Stadt Kevelaer mitteilte. Es bildet die strategische Grundlage, um Maßnahmen gezielt zu planen, zu priorisieren und umzusetzen. Begleitet wird der Prozess durch die Stelle für Klimaanpassung, die bereits geschaffen wurde.
So entstand das Konzept
Gemeinsam mit den Ingenieurbüros Drees & Sommer und AlpS entwickelte die Stadtverwaltung das Konzept im Zeitraum von November 2024 bis Juni 2026. Grundlage waren eine Betroffenheitsanalyse, die Beteiligung verschiedener Akteurinnen und Akteure sowie lokale Daten. Daraus ergaben sich 26 Maßnahmen. Zwölf davon gelten als besonders relevant und wurden in Maßnahmensteckbriefen detailliert ausgearbeitet. Die Themen reichen von Hitzeschutz und klimaangepasster Stadtentwicklung bis zu Gesundheits- und Katastrophenschutz.
Was als Nächstes passiert
Bürgermeister Dr. Dominik Pichler sagte: „Mit dem Gradierwerk, Gründächern auf öffentlichen Gebäuden oder der Karte der kühlen Orte wurden in Kevelaer bereits konkrete Projekte umgesetzt.“ Im Jahr 2027 will die Stadt unter anderem mehr für Verschattung tun und Grünflächen im Siedlungsbereich aufwerten. Außerdem sind Sensibilisierungs- und Informationskampagnen geplant. Die Öffentlichkeitsarbeit zur Klimaanpassung soll insgesamt intensiviert werden.
Ein Controllingsystem soll den Fortschritt dokumentieren, die Wirksamkeit der Maßnahmen bewerten und das Konzept bei Bedarf weiterentwickeln. Den Prozess koordiniert Klimaanpassungsmanagerin Chantal Fouquet. Die Stadt hat beim Bund eine Anschlussförderung für das Klimaanpassungsmanagement beantragt, die ohne Lücke ab Januar 2027 greifen soll.
Die Eckdaten
- Wer das gesamte Konzept lesen möchte, kann es von der Internetseite der Wallfahrtsstadt Kevelaer herunterladen.
- Ein Ansichtsexemplar liegt im Raum 103 des Rathauses aus.
- Im Rathaus gibt es außerdem kostenlose Broschüren, die über Hitze, Starkregen, Begrünung, Entsiegelung und Regenwasser informieren.
- Ansprechpartnerin für Fragen und Anregungen: Klimaanpassungsmanagerin Chantal Fouquet
Für kleinere Klimaanpassungsprojekte gibt es in Nordrhein-Westfalen den Förderaufruf „Klimaanpassung.Kommunen.NRW“. Das LANUK nennt als Grenze für niedrigschwellige Vorhaben Gesamtausgaben von höchstens 200.000 Euro (netto). Gefördert werden laut LANUK unter anderem Entsiegelung, Begrünung, Regenwasserspeicherung, Retentions- und Gründächer, Verschattung und Trinkwasserangebote.
Einen Antrag stellen dürfen Stiftungen, Vereine, Kammern sowie Kommunen und Einrichtungen aus Forschung und Bildung, sofern sie ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen haben. Laut Klimaatlas NRW liegt die Förderquote je nach Voraussetzungen zwischen 50 % und 90 %. Das LANUK empfiehlt dringend, vor der Antragstellung Kontakt zur Innovationsförderagentur aufzunehmen. Den Antrag stellt man über das EFRE-NRW-Online-Portal.
Zur Frist teilt das LANUK mit, vollständige Anträge könnten bis spätestens zum 31. Dezember 2026 gestellt werden. Nach Angaben des Landes werden die Anträge nach dem Windhundprinzip bewilligt, also in der Reihenfolge ihres Eingangs, solange Mittel verfügbar sind.
Unsere Meinung
Der einstimmige Beschluss und die bereits besetzte Stelle sprechen dafür, dass das Konzept nicht in der Schublade landet. Offen bleibt, welche der vorrangigen Maßnahmen wann kommen und was sie kosten. Dazu äußert sich die Mitteilung nicht. Interessant ist, ob die Stadt Fördermöglichkeiten für Verschattung und Begrünung nutzen wird. Das Rathaus-Infomaterial ist für Eigentümer ein praktischer Einstieg.




