Rommerskirchen – Die Gemeinde Rommerskirchen muss für 2027 womöglich deutlich mehr an den Rhein-Kreis Neuss überweisen. Das teilte die Gemeinde Rommerskirchen mit. In der Kämmerei laufen die Vorbereitungen für den Haushalt 2027 seit Monaten auf Hochtouren. Kämmerin Susanne Garding-Maak sagte, man drehe dort „buchstäblich jeden Stein drei Mal um“.
Die Kämmerin und Oliver Schulz, ihr designierter Nachfolger, wussten demnach von Beginn an, dass die Aufstellung schwierig würde. Mit der Kreisumlage als zusätzlicher Herausforderung hatte man wie in jedem Jahr gerechnet. Neu ist nun deren mögliche Größenordnung. Schulz erfuhr davon in der vergangenen Woche auf der Bürgermeister-Konferenz des Kreises. Im Rathaus löst das nach Angaben der Gemeinde große Sorge aus.
Hebesatz soll um fünf Prozent steigen
Nach den aktuellen Planungen soll der Hebesatz der Kreisumlage um fünf Prozent auf fast 41 Prozent steigen, berichtete Schulz. Nach derzeitigem Stand würde die Gemeinde dem Kreis fast 1,1 Millionen Euro mehr überweisen als 2026. Schulz zeigte sich von den neuen Informationen „erschrocken“.
Garding-Maak sagte, es sei für den Kreis ein Problem, wenn die Umlage an den Landschaftsverband drastisch steige. Die Bestrebungen des Kreises, diese Belastung zu verringern, begrüße man nachdrücklich. Die Gemeinde wolle weitere Sparpotenziale ausloten. Zugleich müsse aber auch der Kreis selbst aktiv werden, um die Kommunen zu entlasten.
Gespräche und Zeitplan
Bürgermeister Dr. Martin Mertens ist inzwischen auf die Ratsfraktionen zugegangen. Er strebt außerdem Gespräche mit der Landrätin, der Kreisverwaltung und den Spitzen der Kreistagsfraktionen an.
Bürgermeister, Kämmerin und Nachfolger sind sich laut Mitteilung in einem Punkt einig: Garding-Maak und Schulz fordern gemeinsam, Bund und Land müssten „endlich dafür sorgen“, dass die Kommunen ihre Aufgaben finanziell stemmen können.
Der Haushaltsentwurf für 2027 soll plangemäß Ende November in den Rat eingebracht werden. Ende Februar 2027 könnte der Beschluss folgen. Die Kämmerin kündigte an, bis dahin seien sicherlich noch viele Gespräche zu führen.
Die Eckdaten
- Einbringung des Haushaltsentwurfs 2027 im Rat: Ende November
- Mögliche Beschlussfassung: Ende Februar 2027
- Geplanter Hebesatz der Kreisumlage: fast 41 Prozent
- Mögliche Mehrbelastung gegenüber 2026: fast 1,1 Millionen Euro
Unsere Meinung
Die Gemeinde legt früh offen, wo es finanziell eng werden könnte, und das ist für Bürger nachvollziehbar. Bisher beruhen die Zahlen allerdings auf Planungen des Kreises, nicht auf einem Beschluss. Offen bleibt, welche Sparmaßnahmen Rommerskirchen konkret erwägt und was sie für Einwohner bedeuten würden. Das sollte der Rat bei der Einbringung im Herbst klarer benennen.





