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Kreis Mettmann: Lkw auf dem Schulhof zeigt Kindern den toten Winkel

Mettmann – Wer einen Lastwagen sieht, wird nicht automatisch vom Fahrer gesehen. Genau das erfahren Grundschulkinder im Kreis Mettmann bei der Aktion „Toter Winkel“, wie die Kreisverwaltung Mettmann mitteilte. Die Kinder setzen sich selbst ans Steuer und suchen in den Spiegeln nach ihren Mitschülerinnen und Mitschülern. Wer im toten Winkel steht, bleibt unsichtbar. Das Erlebnis soll sich einprägen.

So läuft die Aktion ab

Ein großer Lkw fährt dazu auf den Schulhof. Die Kinder laufen um das Fahrzeug herum, probieren aus und nehmen schließlich auf dem Fahrersitz Platz. Dabei wird nach Angaben der Kreisverwaltung deutlich, dass auch ein aufmerksamer Fahrer Menschen übersehen kann. Kameras, Spiegel und zusätzliche Bildschirme können den Überblick verbessern, ersetzen aber nicht die Aufmerksamkeit des Fahrers.

Projektleiterin Tanja Smigoc begleitet die Aktion seit den Anfängen. Im Unterricht fragt sie die Klassen, ob jemand einen Menschen mit sechs Paar Augen kenne. Die Kinder antworten meist laut und gemeinsam mit „Nein!“. Sie sollen den toten Winkel nicht nur erklärt bekommen, sondern selbst erleben.

Zusätzlich gibt es einen theoretischen Teil, der das Erlebte festigen soll. Straßenverkehrsamt und Kreispolizeibehörde haben gemeinsam einen Flyer entwickelt, an dessen Gestaltung auch Kinder beteiligt waren. Er erklärt die wichtigsten Regeln zum toten Winkel und enthält ein Quiz. Wer die Fragen richtig beantwortet, erhält am Ende ein Lösungswort.

Zwölf Jahre, rund 20.000 Kinder

Die Kreisverkehrswacht Mettmann startete das Projekt 2014. Erster Partner war die Spedition Caspers aus Wülfrath, später kamen laufend weitere Unternehmen und Organisationen dazu. Heute tragen Straßenverkehrsamt, Kreisverkehrswacht und Kreispolizeibehörde die Aktion gemeinsam. 14 Kooperationspartner stellen Fahrzeuge und Beschäftigte für die Schulungen zur Verfügung.

Für 2026 nennt die Kreisverwaltung folgende Zahlen: 57 der insgesamt 78 Grundschulen im Kreis nahmen teil. Erreicht wurden 152 Klassen mit durchschnittlich 25 Kindern, rund 3.800 Schülerinnen und Schüler. In den zwölf Jahren seit dem Start waren es insgesamt rund 20.000 Kinder.

Auch Erwachsene lernen dazu, nämlich in Pedelec-Kursen, die die Kreisverkehrswacht anbietet.

Die Leiterin des Straßenverkehrsamtes, Uta Heber-Wenzel, selbst passionierte Radfahrerin, war nach eigener Erfahrung überrascht, wie groß der tote Winkel aus dem Fahrerhaus ist und wie wenig ein Fahrer vom Geschehen direkt vor dem Fahrzeug sieht. Sie sagte: „Seitdem ich selbst einmal im Fahrerhaus gesessen habe, bleibe ich mit meinem Fahrrad an einer Ampel grundsätzlich hinter einem Lkw.“

Die Alltagsregel für Kinder lautet: Abstand halten und nicht direkt neben oder hinter einem großen Fahrzeug aufhalten. Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, soll sich nie darauf verlassen, gesehen zu werden. Kreisverwaltung, Kreisverkehrswacht und Kreispolizeibehörde danken den Partnern für ihre langjährige Unterstützung. Ohne Fahrzeuge, Zeit und Engagement wäre diese Präventionsarbeit nach ihren Angaben nicht möglich.

Kooperationspartner sind: Stadtwerke Velbert, Spedition Jachmann, UPS, Abschleppdienst Prause Hilden, die Firma WITTE Automotive GmbH, JK-Transport und Logistik, die Interback-Backbedarf GmbH, die THW-Ortsverbände Velbert, Hilden, Erkrath und Haan, Spedition Caspers, Technische Betriebe Velbert, Technische Betriebe Ratingen und Containerdienst Hofius.

Die Eckdaten

  • Kreis Mettmann, Pressestelle
  • Tel.: 02104 99-1074
  • Fax: 02104 73855
  • Mail: [email protected]

Unsere Meinung

Der Ansatz überzeugt, weil Kinder den toten Winkel selbst erleben, statt nur davor gewarnt zu werden. Offen bleibt, ob sich messen lässt, wie nachhaltig die Wirkung im Alltag ist. Eltern können das Thema zu Hause aufgreifen und beim gemeinsamen Schulweg üben, Abstand zu großen Fahrzeugen zu halten.

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