Wuppertal – Manuel Neukirchner, Leiter des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund, erhält die Ehrendoktorwürde der Bergischen Universität Wuppertal. Das teilte die Hochschule mit. Sie zeichnet ihn dafür aus, dass er die kulturellen Seiten des Fußballs wissenschaftlich fundiert erschließt und einem breiten Publikum zugänglich macht. Aus Sicht der Universität bringt der Fußball unzählige Erzählungen über Gesellschaft, Politik, Kunst und Identität hervor.
Neukirchner kennt die Universität aus eigenem Studium: Er belegte dort Allgemeine Literaturwissenschaft, Neuere Deutsche Literaturgeschichte und Geschichte. Danach arbeitete er als Print- und Hörfunkjournalist, später beim Deutschen Fußball-Bund. Von 2009 bis 2015 baute er als Gründungsdirektor das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund auf. Seit der Eröffnung 2015 leitet er es.
Mehr als Sportgeschichte
Unter Neukirchners Leitung zeigt das Museum Fußball laut Mitteilung nicht allein sportgeschichtlich, sondern als gesellschaftliches und kulturelles Phänomen. In seiner Arbeit verbindet er Geschichtsforschung, Literatur, Kunst und öffentliche Bildungsarbeit miteinander, zum Beispiel in vielbeachteten Ausstellungen, Publikationen und fächerübergreifenden Projekten.
Neukirchner ist zudem Autor. Sein dokumentarisches Fußballdrama „Die Nacht von Sevilla“ zeichnet das WM-Halbfinale von 1982 zwischen Deutschland und Frankreich nach und stützt sich dabei auf Dokumente. Bei der Feier liest der Schauspieler Peter Lohmeyer daraus vor.
Die Auszeichnung geht auf eine Initiative von Dr. Matías Martínez zurück, der an der Bergischen Universität das Fach Neuere Deutsche Literaturgeschichte vertritt. Seine Begründung lautete: „Die Ehrendoktorwürde würdigt Neukirchners besondere Verdienste um die Kulturgeschichte des Fußballs und seinen Beitrag dazu, geistes- und kulturwissenschaftliche Perspektiven in die gesellschaftliche Öffentlichkeit zu tragen“.
Unsere Meinung
Die Ehrung passt zu einem Museumsleiter, der Fußball ausdrücklich nicht auf Sportgeschichte verengt. Dass er selbst an der Wuppertaler Universität studiert hat, gibt der Auszeichnung eine persönliche Note. In der Mitteilung fehlen Datum und Ort des Festakts, die Leser für einen Besuch bräuchten.





